
Nach des Tages emsigen tun, sollst du selig am Abend ruhn!
Das Schlafzimmer unterscheidet sich zu den anderen Räumen grundlegend darin, dass es nicht primär der Repräsentation diente. Das Schlafzimmer war, damals wie heute, ein intimer Ort, der sich aber in der Einrichtung nicht stark von modernen Schlafzimmern abgrenzt. Das Bett war bereits damals das dominierenste Möbel des Schlafzimmers.
Die Betten standen grundsätzlich getrennt und waren miteinander zusammengesteckt oder man stellte zwei Einzelbetten lediglich zusammen. Mittig klaffte dann immer die sogenannte Besucherritze. Mit leinenen Überschlaglaken, monogrammierten Kopfkissen, reich verzierten Paradekissen und Tagesdecken aus feinster und üppigster Spitze fehlte es an standesgemäßer Repräsentation im Schlafzimmer aber schließlich doch nicht.
Zum Bett gehörten auch zwei Nachtschränke, in denen der Nachttopf Platz fand. Darüber hinaus ergänzte selbstverständlich auch ein Kleiderschrank die Ausstattung, der in gehobenen Haushaltungen dreitürig war. Hier fanden neben prächtigen Kleidern aus Samt oder Seide, die Gehröcke der Herren Platz. Hemden, Unterwäsche, Korsette, Nachtwäsche konnten in den Regalen ihren Platz finden. Auch für Hüte gab es meist eine Ablage.
Für die körperliche Hygiene durfte ein Waschtisch nicht fehlen, der immer mit einem Spiegel in Verbindung stand und auf welchem Waschschüssel und Krug ihren Platz fanden. Üppige Schlafzimmer verfügten auch über Schminkkommoden, die zumeist einen Spiegelaufsatz besaßen und welche dann der Dame des Hauses dem täglichen Zurechtmachen dienten.