Zutritt für Herren strengstens untersagt!

Der Damensalon war der maßgeblichste Aufenthaltsort für die Dame des Hauses. Hier empfing sie vor allem ihre Bekannten und Freundinnen. Dazu nahmen die Gäste am Salontisch Platz, das zentrale Möbelstück in diesem Raum. Dort wurde dann Kaffee und Kuchen durch das Personal serviert. Die Damen nutzen den regelmäßigen Austausch, um sich über die neuesten Moden oder den aktuellsten Klatsch aus dem Kaiserhaus auszutauschen.

Wenn die Dame keine Gäste empfing, dann zierte eine schöne Samtdecke den Salontisch. Besonders bequem war es schließlich auf dem Sofa oder den Sesseln. Dort widmete sich die Dame der Literatur, Kunst oder Handarbeit. An einem separaten Damenschreibtisch konnte die Dame des Hauses bereits die nächsten Einladungen planen, ihre Korrespondenzen führen oder Anweisungen für das Personal formulieren. Denn in der Überwachung des Personals bestand, neben dem Empfangen von Gästen und Repräsentieren des Mannes ihre Hauptaufgabe. Wie auch in den anderen repräsentativen Räumlichkeiten, durften Pflanzen nicht fehlen, die sich gerade größter Beliebtheit erfreuten. Palmen, Farne und viele weitere Blumen zierten, teilweise auf Blumentischen üppig arrangiert, die Zimmer.

Besonders die Dame hatte Zeit, sich der Muse zu widmen. So findet sich hier auch ein Klavier, an dem die Tochter den Gästen kleine Etüden vorspielen konnte. Doch die technischen Neuerungen der damaligen Zeit erlaubten es bald, ohne ein menschliches Zutun der Musik zu lauschen. Das Polyphon mit seinen Lochplatten bot kurzweilige Unterhaltung. Das Grammophon schließlich erweiterte das Spektrum der musikalischen Unterhaltung um ein Vielfaches. Nun war es endlich möglich, ein Konzert ohne großen Aufwand bei sich zu Hause zu geben.

Aber nicht jede Dame konnte sich zu Beginn mit den modernen technischen Geräten im Damensalon anfreunden. Besonderes Augenmerk lag natürlich auch auf der Kunst. Neben Porträts der Familie durften verschiedenste Gemälde nicht fehlen, die auch das Bildungsbewusstsein der Familie betonen sollten.